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Der Donauradweg: Von Wien nach Tulcea.
Eine Erfahrung auf zwei Reifen

Vorworte

22 Etappen. 2.033 km. 5.408 Hm. 19. August - 18. September 2017. Zwei Menschen. Ein Ziel. Das Schwarze Meer.
Wie einfach wäre es, die Kreditkarte zu zücken, bequem zwei Tickets nach Constanta in den Warenkorb zu legen und in weniger als 2,5h Flugstunden die Sonne am Schwarzen Meer zu genießen? Bitteschön. Nicht mit uns.
Zwei kleine radfahrbegeisterte Jungs aus Bayern (ok: Der eine als Teilzeit-Badenwürttemberger aber im Herzen ein Bayer) wollen es auf eine andere Weise machen. Old school. Näher am jetzt, näher am hier soll die Devise sein.
Also wurden Ideen ausgetauscht, Pläne geschmiedet, die Rahmendaten abgesteckt, Packlisten erstellt, fehlende Utensilien besorgt, gpx-Tracks erstellt, Tickets für die Anfahrt nach Wien und die Rückkehr von Bukarest gekauft und die Drahtesel reisetauglich gemacht.
Zur körperlichen Vorbereitung ist zu sagen: Die 2.033 km, verteilt auf 22 Etappen, sind nicht ohne. Eine seriöse Vorbereitung mit genügend Rad-Kilometern in den Schenkeln sollte schon betrieben werden. Vor Tourstart hatte ich bereits knapp 1.900 km in den Beinen, beim Thomas waren es ein paar weniger, dafür aber berglastiger. Was "genügend" ist, muss natürlich jeder selbst entscheiden. Ich empfand die Vorbereitung als den Anforderungen entsprechend. Denn: Diese Tour ist zwar größtenteils flach und führt auf der ersten Hälfte auf ausgebauten Radwegen oder auf wenig befahreren Landstraßen entlang, doch ändert sich die Topographie und Straßenqualität spätestens mit Eintritt in die Karpaten am Eisernen Tor, was definitiv zu größerer Anstrengung führt. Auch ist die Hitze und der vor allem im restlichen Drittel aufkommende Gegenwind ein nicht zu unterschätzender Faktor. Temperaturen von über 40 Grad waren keine Seltenheit, der Ostwind keine willkommene erfrischende Brise, sondern ein echtes Hindernis.
Nichtsdestotrotz bleibt dieser Urlaub als einer der wunderbarsten in Erinnerung, lieferte er jedoch genau das, wonach es im Alltag sehnt: Freiheit, Abenteuer und Abwechslungsreichtum.
Hier gehts zur kompletten Strecke

Nützliches

Was unbedingt hier noch erwähnt werden muss ist:
  • Bei unserer Planung stellten wir auf das hervorragende Kartenmaterial von Huber Kartographie und natürlich dem Klassiker aller Radlfahrfreunde, dem Bikeline Donauradweg 4 und Bikeline Donauradweg 5 ab. Die Informationen und Karten des Bikeline-Führers waren gut und hilfreich, allerdings in ihrer Ansicht der Karten manchmal etwas beschränkt und eingeengt. Darum entschieden wir uns noch kurzfristig für die Mitnahme einer klassischen Faltkarte. Speziell für den Donauradweg von Wien nach Tulcea bietet eben die Huber GmbH ein 8teiliges Kartenset an. Ich würde diese Karte nicht missen wollen, zeigt sie doch im Vergleich zum Bikeline einen entsprechend großen Kartenausschnitt mit Angabe der Hauptroute, als auch einer oder mehreren Nebenrouten an. Gerade im Hinblick auf Übersichtlichkeit ein klarer Pluspunkt gegenüber dem Bikeline.
  • Zur schnellen Orientierung haben uns unterwegs unsere Handys als auch unsere Navigationsgeräte gute Dienste erwiesen. Thomas setzte auf ein Garmin Edge 800 , ich auf ein weniger komfortables Gerät von o-synce, dem Navi2Coach. Beim Garmin war Kartenmaterial von komplett Europa installiert, beim o-snyce kann kein Kartenmaterial installiert werden. Das Gerät wird mit gpx-tracks gefüttert und zeigt lediglich den Track und sonst nichts an (inkl. Schnickschnack wie Speed, Speed Avg, HF, HF Avg, Altitude, Ascent Total, Descent Total...). Auf weitere Details verzichte ich hier. Da wird sicherlich jeder Leser seine eigenen Vorlieben für ein Fahrrad-Navigationsgerät haben. Darüber hinaus gilt es noch zu erwähnen, dass die App Locus Map für Android-Smartphones sehr nützlich und präzise war. Die Installation aus dem Play Store ist gewohnt einfach (nur die Pro-Version ist kostenpflichtig), einzig danach müssen für die Offline-Navigation noch entsprechende Länder-/Regionenkarten installiert werden. In der hier verlinkten open-source Variante ist dies völlig kostenlos. Voila und fertig ist die fast perfekte Navigationsreisebegleitung
  • Damit die Navi-Geräte auch den richtigen Weg anzeigen, müssen sie selbstverständlich mit den richtigen Tracks gefüttert werden. Als Online-Routenplaner habe ich die für mich hervorragende Seite von GPSies genutzt. Sie ist speziell auf Outdoor-Aktivitäten ausgelegt und ist kostenlos. Die Bedienung ist selbsterklärend, es können beliebig viele Tracks erstellt werden, einzig für den Download der Strecken ist eine einmalige (kostenlose) Registrierung erforderlich. Wem die Registrierung und das Erstellen zu mühselig ist, kann wie gesagt hier die gefahrenen Tracks von uns herunterladen.
  • Übernachtungen wurden entweder vor Ort organisiert oder tags zuvor über eines der vielen Online-Buchungsportale. Es empfiehlt sich insbesondere bei der Übernachtung in den größeren Städten die Unterkunft vorzubuchen
  • Zur Abwehr von wilden Hunden hatten wir uns im Vorfeld Pfefferspray besorgt. Dabei hatten wir darauf geachtet, dass der Extraktor einen zielgerichteten dosierten Strahl anstatt einer nebligen Wolke abgibt (den Grund kann sich wohl jeder vorstellen: Auf dem Fahrrad sitzen und einen Diffuserstoß Pfefferspray abgeben schadet wohl meist mehr dem Radelnden als dem eigentlichen Ziel). Letztendlich hat sich die Sorge vor freilaufenden Hunden als völlig unbegründet herausgestellt. Es gab lediglich eine Situation, in der ich in einer abgelegenen Waldgegend das Pfefferspray kurzzeitig in die Hand nahm, aber die löste sich aufgrund der Friedlichkeit des Hundes umgehend in Luft auf.
  • Die Rückkehr mit dem Flugzeug hat bei uns im Vorfeld ein wenig Kopfzerbrechen gesorgt. Welche Komponenten vom Fahrrad müssen abmontiert werden? Wie muss es verpackt werden? Woher sollen wir das ggf. benötigte Verpackungsmaterial besorgen und wie zum Flughafen transportieren?
    Die Frage war relativ schnell gelöst: Nachdem wir bei der Lufthansa gebucht hatten, sollte über die Hotline das Fahrrad als Sondergepäck angemeldet werden. Dabei wurde uns zugesichert, dass eine gesonderte Verpackung nicht erforderlich wäre, da der eingesetzte Flugzeugtyp über einen Fahrradständer verfügen würde. Am Flughafen in Bukarest glaubte zwar die Dame am Check-In Schalter unseren Ausführungen am Anfang nicht, änderte aber ihre Meinung als wir das Gespräch mit der Hotline erwähnten. Letztendlich musste dann lediglich die Luft aus den Reifen abgelassen und der Sattel auf die niedrigste Position gestellt werden. Das wars. Wir bewerteten die gemachten Erfahrungen somit als durchweg positiv.
Aber was genau passiert ist...lest selbst.
Impressionen von unterwegs in Serbien Impressionen von unterwegs in Serbien
Kunterbunt Kunterbunt
Die Schattenseiten;-) Die Schattenseiten;-)