Last update: 05.09.2010, 01.50h
04.09. | Borussia Dortmund [Alte Herren]
- Preussen TV Werl [Alte Herren]
Wochenenden ohne Fußball sind
verlorene. Durch das Länderspiel und die abgesagte Partie der Amateure gegen
Wuppertal am Sonntag stand ein tristes Wochenende ins Haus. Zum Glück gibt’s,
wenn gar nichts mehr geht ja die ominöse Alt-Herren Abteilung des BVB 09.
Diese gab sich heute gegen die rüstigen Recken von Preussen Werl die Ehre und da
als Austragungsort dieser Sportlichkeit der altehrwürdige Hoeschpark angezeigt
war, zögerte man nicht lange, fehlt einem dieser Pflichtground doch ohne hin
noch.
Die Anfahrt gestaltete sich mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ab Hauptbahnhof
jedoch aufgrund der jährlichen Sinnlosdemonstration vonne Rechtsradikalen recht
umständlich.
Busse fuhren überhaupt nicht und die U-Bahn Fahrt war auch schneller vorbei als
gewünscht, sodass man bestimmt 2 Kilometer zu Fuß, oder „per Pedes“ wie der
Kenner sagt, zu absolvieren hatte.
Die Partie startete aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens, wie ich vermute, eine
halbe Stunde später, allerdings traten die Jungs, nein, Herren auch nur 2x30
Minuten gegen den Ball, was dann die Verspätung wieder wett macht. Die Partie
wurde bei ein wenig Pils verlabert und der kurzzeitige Comeback des Sommers
machten den Nachmittag zu einer runden Angelegenheit ;-). Der Vollständigkeit
halber sei gesagt dass die Herren in schwarzgelb nach einem reichlichen Hin und
Her die Partie mit 4-3 für sich entscheiden konnten.
Die Rückfahrt absolvierte ich mit dem Auto, sodass ich sinnlosen Black-Block
Leuten beider Lager und dem massiven Bullenaufkommen aus dem Weg ging.
Wird Zeit, dass die Saison wieder anfängt ;-).
29.08. | VfB Stuttgart - Borussia
Dortmund (1:3)
Nach weniger als einer erholsamen
Nacht Schlaf, ging es Sonntag früh gleich wieder los zum Auswärtsspiel im
württembergischen Stuttgart.
Beide Mannschaften starteten mit einer Niederlage und so war die Devise heute
keine Fehlstartstimmung aufkommen zu lassen und 3 Punkte zu holen.
Mit dem Gefährt eines überzeugten Karnevalisten startete man am Vormittag von
Howi aus gen Schwaben. Die Fahrt gestaltete sich durch Gespräche und
Erinnerungen über alte Bekannte recht kurzweilig und nach den üblichen 2-3
Pausen kam unser Gefährt weit vor Ankunft der Busse in Bad Cannstatt an.
Im sagenumwobenen Parkhaus die Karre abgestellt und vor dem Gästebereich bei
reichlich Klönschnack die Zeit vertrieben bis es ins Stadioninnere ging.
Der Gästeblock ist nach seiner umbaubedingten Wanderung durchs Stadion wohl nun
an seinem Bestimmungsort angekommen. Ein Eckähnlicher Bereich mit
Sitz/Stehkonstruktion wie früher in Bremen oder aktuell in Wolfsburg oder
Kaiserslautern ist es geworden. Gibt schlimmeres. Satte 17,- € standen auf der
Eintrittskarte, auch nicht mehr schön das Ganze.
Dieser Thematik wird sich ja jetzt endlich mal angenommen, wenn auch meiner
Meinung reichlich spät, wenn man sich die Preisentwicklung in den letzten Jahren
anguckt. Die Schmerzgrenze sehe ich auch deutlich unter 20,-€. Finde schon 17
oder 18,-€ eine Dreistigkeit, dabei ist es mir auch scheißegal ob’s dafür
Sitzplätze gibt. Gestanden wird ohnehin, und wenn die billigste Kategorie
mittlerweile bei über 15,-€ liegt, weiß ich nicht wo wir in 5 Jahren angekommen
sind.
Voll war der Gästeblock aber selbstverständlich und so schmetterte man vor
Spielbeginn schon das ein oder andere Liedchen gen Rasen oder der, umbaubedingt,
nicht weit von uns gelegenen, sagenhaften Cannstatter Kurve.
Optisch gabs auf unserer Seite mal wieder nichts, da im Vorhinein alles bis auf
ein paar vereinzelte Fähnchen vom Sicherheitsdienst verboten wurde. Selbst auf
ein Megaphon musste man heute verzichten, was sich, schon allein von der
Synchronität der Gesänge, negativ auf die Stimmung auswirkte.
Das Spiel lief optimöse. Schon in Minute 5 konnte Schmelzer, unbeabsichtigter
weise zum 1-0 einnetzen nachdem der Versuch einer Flanke ins Tor abgefälscht
wurde. Torhüter Ulreich machte da keine besonders gute Figur. Das Spiel ging
munter weiter und so dauerte es nur 20 weiter Minuten ehe „La Panthera“ den BVB
auf die Siegerstraße brachte. Doch nicht genug: Noch vor dem Pausentee kam Mario
Götze nach großem Tohouwabohou in der Stuttgarter Mannschaft humorlos zum 3-0
einköpfen. Dat is’ ma n’ Brett so zur Halbzeit!
Der Support war wie oben schon angedeutet, trotz dem großen Spielverlauf, mehr
so mittel. Mit dem oberen Bereich sang man regelmäßig im Kanon. Trotzdem kam
man, denke ich, des öfteren auf einen guten Lautstärkepegel. Zumindest hörte man
das Pack des VfB nur sehr selten.
In Halbzeit 2 drehte der VfB dann doch merklich auf und unsere Jungs waren
reichlich gefordert, hielten sich aber gut und fingen sich erst in Minute 70 den
Anschlusstreffer auf welchen eine erneute Druckphase der Stuttgarter folgte.
Gegen ganz zum Schluss konnten sich die Unseren allerdings wieder befreien und
spielten sich noch ein paar „Schangsen“ raus.
Der Kuchen war gegessen und so gab man im Gästeblock den einen oder anderen
Gassenhauer inklusive netter Schalparade zum Besten.
Die Mannschaft wartete nach der Welle schon automatisch auf die Aufforderung zum
hinsetzen. Manchmal tut’s ersteres auch einfach, doch kann man es ihnen sicher
nicht zum Vorwurf machen, hat sich dieses Prozedere doch in der letzten Saison
so dermaßen automatisiert. Der Versuch auf das Hinsetzen, Aufspringen-Spielchen
ein anderes Lied zu singen, ging dann mehr in die Hose. Suchte die Mannschaft
doch merklich nach dem Aha-Effekt. Sah schon recht lustig aus ;-).
Die Rückfahrt zog sich dann noch ne Weile. Bei dauerhaftem Regen und
mittelmäßiger musikalischer Beschallung so wie nur mäßigen Komfort in der Mitte
der Rückbank gelang es einem nicht einen Pennematz zu ergattern. Aber wozu hat
man schließlich Montage?
Wieder mal absurd von der DFL unser Spiel auf 17.30h zu legen, währen das Spiel
zweier Rheinländer, welches ebenfalls absurd 3:6 endete, natürlich um 15.30h
angepfiffen werden muss. Fanfreundlich is’ anders!
26.08. | FK Qarabag Agdam –
Borussia Dortmund (0:1)
Auslosungen sind bei mir schon zu so etwas wie Weihnachten geworden. Zumindest
von der Spannung her. Gibt’s das dicke Paket Unterhaltungselektronik oder die
ollen Sportsocken von Puma, Adidas und Co.?
Es sollte ersteres werden. Nur doof, dass man bei dieser Art von Weihnachten die
Bescherung selber bezahlen muss.
Und so schlug man vor Schreck dann
doch die Arme über den Kopf als irgendwer Hochoffizielles von der Uefa (und
keine DFB-Rekordnationalspielerin) im schweizerischen Nyon unserem BVB den FK
Qarabag Agdam aus dem ur-europäischen Aserbaidschan zuteilte.
Wer soll das bezahlen, wer hat so viel Geld? Wer hat so
viel Pinke, Pinke… schallte es mir nur so durch den Kopf.
Nach den ersten hektischen Telefonaten, zu Hause die Angebote für Flüge nach
Baku durchgegangen und für verhältnismäßig günstige 397,- €
Düsseldorf-London-Baku, zugeschlagen (Einem Ex-Filialleiter sei hier noch mal
redlich fürs Vorstrecken gedankt).
Immerhin um satte 150,-€ günstiger als der Fanflieger.
Durch Reisepass, Visum und Hotelkosten sah man noch mal einiges an Kosten
zusätzlich auf einen zukommen, sodass, sich alles was irgendwie einen Wert und
nicht gänzlich unverkäuflich war, bei einem großen Internet-Auktionshaus
wiederfand und dort auf Abnehmer hoffte. So viel, dass ich eigentlich überlegen
könnte meine jetzt leeren Regale nun auch noch zu verkloppen.
Der Ertrag aus den Auktionen spülte dann noch mal gut was in die Geldbörse,
sodass man nicht auf den allerletzten Taler ans Kaspische Meer reisen musste.
Das Hinspiel entschieden unsere Jungs ja bekanntlich mit 4-0 für sich, sodass
man sich schon auf eine Gruppenphase einstellen konnte. Dementsprechend sorgte
man sich schon vor dem Abflug zum Rückspiel der Play-offs um die Auslosung am
Freitagmittag zu dessen Zeit man noch im Flieger zurück sitzen würde. Aber was
bringt alles grübeln und sorgen? Man muss es nehmen wie es kommt! Und nun hieß
es erst einmal diese Europapokal-Tour zu genießen!
Mittwochmorgen, früh um Sieben hob der Lufthansa-Vogel ab. Neben unzähligen
Anzugträgern gesellten sich zu dieser frühen Stunde schon ca. 20 BVB-Fans.
Einigen von ihnen wurde bei der Passkontrolle liebevoll der Ratschlag gegeben in
Baku doch „ja keinen Scheiß zu bauen“. Da liegt es tatsächlich im Ermessen eines
schmierigen End-Zwanziger Beamten ob eine 700€-Tour schon am heimischen
Flughafen zu Ende geht. Das alles auf der Rechtsgrundlage eines Eintrages in
einer absurden Datei. Widerlich!
Alles andere als widerlich (Riesen-Überleitung) dann das Frühstück über den
Wolken.
Neben einem schmackhaften Käsebrot wurde gekühltes Pils gereicht. Die Laune war
also wieder oben und kurz nachdem man die Flasche absetzte, setzte Kapitän
Richter zum Landeanflug über der englischen Hauptstadt an.
Während die einen den 6-stündigen Aufenthalt in London Heathrow gleich zum
Kneipenbesuch nutzten, zogen andere, darunter ich, einen Pennematz auf den
teilweise armlehnenlosen Sitzen des Flughafens vor.
Nach dem Check-In stieß man dann auf viele weitere bekannte Gesichter, sodass
man auf dem Flug von LHR nach GYD schon von weit über 50 Anhängern des BV
Borussia aus Dortmund sprechen konnte. Diese nutzten das Angebot von
Freigetränken über den Wolken nahezu penetrant aus, sodass der Flug nach einiger
Zeit einer normalen Bus-Tour zu einem beliebigen Bundesligaspiel glich. Leute
standen im Gang, vor den Toiletten, tranken, laberten Dummes Zeug und übergaben
sich in fremde Handtaschen ;-). Dementsprechend begeistert zeigten sich die
Stewardessen. Ansonsten verlief der Flug aber ohne besondere Vorkommnisse.
10 Minuten früher als geplant erreichte man den Flughafen Heydar Aliyev und 90
Prozent der Fluggäste verließen die Maschine, während die andere Hand voll
Passagiere noch 15 min (!) weiter in die georgische Hauptstadt Tiflis flogen.
Vorort hieß es nun Visa für mehr als 50 Leute auszustellen. Was anfangs nach 3
Stunden Schlangestehen aussah, ging mit zunehmender Dauer dann zügiger, sodass
man ungefähr nach1 ¼ Stunde am Ausgang von dem vom Hotel bestellten Taxifahrer
in Empfang genommen wurde. Auf der Autobahn in Richtung Zentrum merkte man dann
das erste Mal deutlich den Geruch von Öl. Die, höflich gesagt, bescheidenen
Fremdsprachenkenntnisse unseres Kutschers machten eine ausgiebige Unterhaltung
leider unmöglich. Immerhin konnte nach 5 min des Hin -und Herwerfens von
Wortbrocken geklärt werden, dass wir Baku zum ersten Mal bereisen (so deuteten
wir zumindest seine Frage).
Am Hotel angekommen, dann das befürchtete Szenario: der Typ will Kohle, obwohl
die Fahrt eigentlich in der Hotelbuchung inklusive war. Auch ein Gespräch mit
dem Rezeptionisten, der zur seltenen Spezies der Englisch sprechenden Leute in
Baku gehören sollte, ergab keine Klärung der Dinge und so war der gute Mann um
20 Manat reicher. Sei’s drum, hatte man ja irgendwie mit gerechnet. Für 2 Nächte
wurde im Sea Port Hotel gebucht, pro Mann um die 40 Tacken pro Nacht. Nicht
gerade billig, doch für Baku wohl noch recht günstig wie uns Internet und
Rezeptionist versicherten. Das 3er-Zimmer war dann aber auch allererste Sahne.
Groß, sauber, gutes Bad.
Nach kurzem Chillen auf den Federn ging’s mit einer anderen Reisegruppe die
Promenade entlang, auf der noch reger Betrieb herrschte und alle 20 Meter ein
kioskähnlicher Stand oder Café zu finden war, in dem die Einwohner Bakus ihren
Tee tranken. Einen streng muslimischen Eindruck machte Baku also nicht. Eher
westlich orientiert. Sogar Parallelen zu Köln konnte man hier erkennen ;-). Baku
bei Nacht, zumindest die reiche Seite auf der wir definitiv weilten, machte
einen recht pompösen Eindruck. Alle prunkvollen Gebäude, darunter das
Regierungsgebäude am Fountain Square, wurden von Lichtquellen angestrahlt und
hier und da lief man an Filialen von den üblichen Schickimicki Designern vorbei.
Da man noch nicht die Gelegenheit hatte die mitgebrachten Euros im Kurs von 1:1
zu tauschen und man erpicht auf einen Absacker in vorm von Hopfen und Malz war,
versuchte man sein Glück an einem Getränkestand an der Promenade. Doch 8 Manat
für 10,-€ waren es dann definitiv nicht wert, so nahm man lediglich mit einer
Cola vorlieb, von denen ein Händler 6 für den fairen Deal von 5 € herausgab.
Nach 2 Stunden des Spazierens ging’s zurück ins Hotel und man freute sich auf
den Spieltag morgen.
Nach erholsamen Schlaf, warn wir unten die ersten die sich am Frühstücksbuffet
bedienten. Nicht das gelbe vom Ei, aber wir sind ja nicht zum Essen gekommen
(nein, auch nicht zum Trinken ;-)). Aus der halben Stunde Dösen auf den Betten
wurden bei MTV Türkiye dann schnell 2,5. Gegen 12.00h raffte man sich allerdings
auf, bevor man noch den ganzen Tag verpennen würde.
Draußen erschlug einen die Hitze fast. Während in Deutschland die Temperatur in
diesem grauen August um die 20 Grad Marke kämpfen waren es hier weit über 30
Grad Celsius.
Nicht lange schlenderte man die Promenade entlang als man auch schon den ersten
Dortmunder Fanfliegerpassagieren begegnete, die es sich in einem Café
niedergelassen hatten. Nach pseudotouristischen Fotos vom Regierungsgebäude bei
Tag, begrüßte man ein weiteres großes Grüppchen von unseren Leuten und ließ sich
dort ebenfalls nieder um das ein oder andere Erfrischungsgetränk zu ergattern.
Der dortige Kellner erlebte fortan, so schien es, den glücklichsten Tag seiner
Berufslaufbahn. In dekadent westlicher Manier wurde nonstop geordert und der
extra angerufene Buchhalter zählte die Manat-Scheine (die man übrigens auch
einfach an der Rezeption unseres Hotels tauschen konnte.). Trotz einiger
Verständigungsprobleme blieben die Jungs aber immer fair und man wurde zu keinem
Zeitpunkt über den Tisch gezogen. Immer mehr Einheimische lugten mit zunehmender
Dauer interessiert zu unseren Tischen rüber und der ein oder andere versuchte
sich in Qarabag-Sprechchören, was unserseits, deutsch wie wir sind, mit
fliegenden Tischen, Stühlen und Bierkrügen beantwortet wurde. Ne, war alles
richtig entspannt.
Mit der Zeit sammelten sich immer mehr Passagiere des Fanfliegers an unserem
Cafe und so tauschte man die Eindrücke von der jeweiligen Anreise aus.
Gegen 18.00h fanden sich dann nahezu alle
„treuen Anhänger des BV Borussia aus Dortmund“
am Fountain Square von wo es per Bussen, die durch den BVB organisiert wurden,
zum Stadion gehen sollte. Nach einem ausgiebigen Gruppenfoto und den ersten
lautstarken Gesängen vor den riesigen Fontänen ging's gen Tofiq-Bahramov-Stadion.
Karten gab es schon vor ab in den Bussen, für günstige 30 Manat. Schweinerei,
wenn man bedenkt, dass der reguläre Eintrittspreis bei 3 Manat lag. Vips zahlten
sogar nur 10 ;-).
Nach präzisen Kontrollen durch die Miliz, die dem einen sein Klebeband abnahmen
und den anderen damit passieren ließen betrat man die Ostschüssel Tofiq Bahramov.
Mir gefallen solche Bauten ja schon irgendwie. Nach intensiver
Klebebandbeschaffung waren flugs alle Mauern und Zäune unseres Bereichs
schwarzgelb geflaggt und nachdem man sich im unteren Teil unseres Blockes
sammelte schallten auch die ersten Lieder durchs Rund als unsere Equipe zum
Warmmachen aufs Feld kam. Ansonsten schallte penetrant häufig der anscheinend
ganz große Hit der Qarabag-Anhänger durch die
rege Anzahl an alten Lautsprechern durchs Stadion.
Das ganze Rund war übrigens von einem ganzen Bataillon an Militär und Polizei
belagert. Schulter an Schulter standen die Kameraden vor dem Gästehaufen und
begutachteten das Geschehen im Block.
Zum Anstoß gab’s auf unserer Seite schwarzgelbe Schärpen die gen Himmel
gestreckt wurden. Dazu das treffende Spruchband:
„Und ruft uns einst auch
das Geschick,
wohl in ein fernes Land,
dann schlingt sich stolz um uns’re Brust,
das schwarz und gelbe Band!“
aus einer eher unbekannten Strophe unseres Vereinsliedes. Welcher Teufelskerl
kommt eigentlich immer auf solch sagenhafte Ideen?
Im weiteren Rund sah man ansonsten nur hier und da mal aserbaidschanische
Nationalflaggen und Galatasaray Istanbul Trikots.
Während die Azeris in den ersten Minuten alles dran setzten das Wunder von Baku
einzuleiten und die 4-0 Niederlage aus dem Hinspiel auszugleichen, schwitzte man
im Gästeblock vor sich hin und mühte sich gesanglich einen ab, da das nicht
vorhandene Dach und das weitläufige Stadion es einem in der 1.Halbzeit doch
schwer machten.
Die Kicker des FK Qarabag Agdam sahen mit zunehmender Spieldauer auch ein, dass
ihr Aufbäumen nicht allzu erfolgversprechend ist und so entwickelte sich, wie zu
erwarten, eine müde Partie.
Ein Treffer von Barrios wurde aberkannt und so ging es torlos in die
Halbzeitpause.
Mit Wasser aus Joghurtbechern, welches es auch schon am Vortag im Flugzeug zu
bestaunen gab, erfrischte sich der Dortmunder Haufen. Eine Wasserschlacht zu
Anfang der Hälfte 2 setzte dem die Krone auf.
Die zweiten 45 Minuten werden von
der Atmosphäre im Gästeblock her lange in Erinnerung bleiben. Einem Jeden war
anzumerken, wie stolz er war seine Borussia an einem der entferntesten Ziele der
Europa League zu unterstützen und die Fangemeinde des BVB hier zu vertreten.
Alle Reisestrapazen entluden sich förmlich in den Gesängen. Teilweise wurden
Songs herausgekramt die man nur noch von der alten „AllTUgether Now“ – CD kannte
und seit Jahren nicht mehr ernsthaft im Stadion gesungen wurden. Selbst die
größten Kritiker von „oh lalala“ Support stimmten bei „Spiele ohne Leiden“
begeistert mit ein ;-).
Das Spiel wurde nicht besser, ist aber bei dem Hinspiel auch nicht verwunderlich
oder zu bemängeln. Gegen Ende kamen Unsere noch das ein oder andere mal vors Tor
und in Minute 1 der Nachspielzeit, fuhr Lucas Barrios dann mit dem 0-1 Treffer
doch noch den Auswärtssieg in Aserbaidschan ein. Kurz danach war der Hafer
geschnitten und Abpfiff.
Der Gästeblock war in Ekstase und die Mannschaft kam gesammelt vor unseren
Bereich um sich für die Mitreise zu bedanken und den Sieg zu zelebrieren. Man
spürte die Freude darüber, auch in über 3500 km Luftlinie von Dortmund, mit den
Fans zu feiern. Sonst eine Seltenheit geworden warf heute jeder Einzelne sein
Trikot in den Gästeblock. Das unseres Kapitäns ergatterte der Schreiber dieser
Zeilen ;-). Und auch Geschäftsführer Watzke ließ es sich nicht nehmen, nachdem
die Mannschaft gen Kabine ging und der Block noch minutenlang Gesänge durchs
Rund schmetterte, kurz vor den Gästeblock zu kommen um seinen Respekt
auszusprechen. Schöne Geste, sicherlich eine Seltenheit im bezahlten Fußball!
Nachdem man die Fanflieger-Reisenden verabschiedete, deren Busse direkt Richtung
Flughafen fuhren, ging es nassgeschwitzt und reichlich geflashed zum Fountain
Square an dem man bei Döner, Pils und Popcorn mit vereinzelten Fantypen bis in
die Morgenstunden den Tag Revue passieren ließ.
Nach einer kurzen Nacht und einem eher miesen Frühstück brach man per Taxi für
20 Manat zum Flughafen Heydar Aliyev auf. Dort Boardkarten geholt und sich
durchs umständliche Kontrollsystem geschlagen. 3 mal wird hier das Gepäck
geröntgt und auch dem Schuhwerk vertraut der gemeine Azeri nicht. Ein
Flughafenangestellter erkundigte sich noch bei mir auf wen er am Sonntag denn
sein Geld setzen solle: Stuttgart oder Dortmund? „Stuttgart? no way! Dortmund
wins or maybe a draw!“ War meine Antwort, welche ihm hoffentlich einige
extra-Manats eingebracht hat.
Die Zeit bis zum Start verbrachte man mit dem Spekulieren über die Auslosung,
welche am Mittag, welchen wir in der Luft verbrachten stattfand.
Um 12.55h verließ man mit British Midland dann aserbaidschanischen Boden. Gülle,
Gülle! Oder so…
Der Flug in die britische Hauptstadt verlief dann merklich ruhiger als der
Hinflug und so waren bei Landung noch ausreichend Getränke verschiedenster Art
erhältlich ;-). Der Flug zog sich wie Kaugummi, auch wenn man sich die Zeit mit
einer regen Auswahl an Filmen, Dokumentationen, Musik und Spielen auf dem
Bildschirm, welcher auf der Rückseite eines jeden Sitzes eingebaut war verkürzen
konnte.
Kurz vor Landung machte sich dann die Nervosität im Flieger breit und ehe der
Flieger zum Stehen kam schallte es „Sevilla, Paris und irgendwas inner Ukraine!“
durch die Reihen. Irgendwas war natürlich L’viv, ganz früher Lemberg. So war man
erstmal erleichtert nicht sofort nach Moskau oder an sonstige entlegene Orte zu
müssen. Auch sportlich ist diese Gruppe meiner Meinung nach zu machen. Sevilla
hat die Favoritenrolle natürlich inne, doch PSG und Karpaty Lvov sind auf alle
Fälle zu schlagen.
Da die letzte Etappe unserer Reise erst am morgigen Samstag begann, hatte man
nun 15 Stunden in London totzuschlagen. Ja, gibt sicher schlimmeres, aber eben
auch billigeres. 15 Stunden Flughafen wollte man sich definitiv nicht geben und
so ging es mit einem Tagesticket für den Londoner Untergrund in die Innenstadt.
Am Picadilly Circus gab man die wenigen Euros die man in Pfund tauschte in einem
Supermarkt aus und machte sich gen Temse auf, wo man ein wenig die Zeit
totschlug. Nachdem man ein paar große Touri-Sachen abgeklappert hatte, wollte
man ein wenig nach außerhalb fahren um günstig Fish&Chips zu kosten. Unsere Wahl
fiel auf die Gegen um den Upton Park, der Heimat von WestHam United. Und je
näher man diesem Ziel kam, merkte man in der U-Bahn schon, dass dies wohl nicht
die feinste Gegend der englischen Metropole ist ;-). Der Eindruck wurde beim
Verlassen der U-Bahn Station bestätigt und selbst gestandene Haudrauftypen
hatten hier ein eher ungutes Gefühl.
In einer schmuddeligen Bude in der reger Betrieb herrschte gab es aber für keine
5 Pfund eine Portion Fish&Chips + 1 Getränk. Da sagste natürlich nicht nein.
Nach dem mehr oder weniger schmackhaften Imbiss ging's die Straße runter zum
Stadion. Eine Gegend in der noch um 21.00h die Friseursalons voll sind, meist
von krausem Haar ;-).
Upton Park scheint ein recht schickes Ding zu sein. Leider vergaß man zu Hause
Burberry Kappe + Ben Shermann Polohemd und so wurde nichts aus einem krassen
Poser Foto fürs studi ;-).
Wenig später fuhr man mit der U-Bahn (rund eine Stunde) zum Airport Heathrow,
welcher mit armlehnenfreien Bänken auf unseren müden Reisetrupp wartete.
6.40h hieß es dann das letzte mal „Fasten your Seatbelt“ und der relativ leere
Flieger startete gen Düsseldorf, wo man 9.00h Ortszeit wieder aufsetzte. Weitere
3 Stunden, bedingt durch ungünstige Zugzeiten, hatte der Spuk dann ein Ende und
man war wieder daheim.
UEFA BORUSSIA!
22.08. | Borussia Dortmund - SV Bayer 04
Leverkusen (0:2)
Auftakt in der Bundesliga.
Recht heftiges Anfangsprogramm was da so vor uns liegt und mit den Rheinländern
kam gleich ein richtiger Brocken ins Westfalenstadion.
Anfangs ein recht offener Schlagabtausch, bei dem besonders der japanische
Neuzugang erneut zu gefallen wusste. Trotz der 2-0 Niederlage kann man den
Jungs, denke ich, keine großen Vorwürfe machen, Bayer war einfach eine Klasse
besser und wer weiß wie das Ding ausgegangen wäre, hätte der Treffer von Kehl
gezählt.
Da wir aber alle keine Freunde von hätte, wenn und aber sind erübrigt sich diese
Frage.
Die Südtribüne muss man heute definitiv lobend erwähnen. Ließ sich zu kaum einer
Phase des Spiels richtig hängen, sondern drehte in den ersten 15 Minuten der 2.
Halbzeit regelrecht auf.
Bitte weiter so!
21.08. | Borussia Dortmund II - SC Verl
(0:1)
Eine Liga tiefer scheint’s weiter
zu gehen wie bisher. Du kriegst zuhause einfach den Ball nicht im Tor unter und
fängst dir in der Schlussphase (per Elfmeter) den Gegentreffer. Dabei hast du
sogar seit der 24. Minute in Überzahl gespielt.
Auf der Haupttribüne gibt’s auch nicht viel Neues zu berichten. Erste Halbzeit
anfangs recht gut, dann war die Luft raus. In Hälfte 2 dann konstant recht laut,
wenn auch nicht das gelbe vom Ei.
Die Ostwestfalen brachten rund 40 Fans mit in die Rote Erde, die neben ihrer
Hand voll Zaunfahnen mit ein Paar Anfeuerungsversuchen glänzten und gegen die
Amateure an sich pöbelten. Die Mühe, sich für die Initiative „Pro
Regionalligareform 2012“ zu engagieren, machten die Ochsen sich nicht, sondern
drückten ihren Unmut über die vielen Zweitmannschaften mit einem plumpen „Scheiss
Amateure!“ – Banner aus.
Kühe, Schweine, SC Verl!
19.08. | Borussia Dortmund - FK Qarabag
Agdam (4:0)
Irgendwie mag ich diese
Europapokal-Heimspiele ja. Zugegeben, allzu viele hat man in den letzten Jahren
ja nicht sehen können. Doch neben der von Natur aus schon coolen Sache überhaupt
im internationalen Geschäft mitzuspielen, find ich die Heimspiele immer so
herrlich unaufgeregt. Keine überfüllte U-Bahn (Dunkelkammer, Dunkelkammer,
hey,hey), Kein Gedränge an den Eingängen, die Leute gehen später in die Blöcke
und man muss weniger sinnlose Zeit vorm Spiel totschlagen. Hört sich jetzt an
wie ein Plädoyer für die Versitzplatzung der Südtribüne, das soll es aber
definitiv nicht sein. Doch irgendwie werd ich es nie verstehen warum man schon
gefühlte 5 Stunden vor Anpfiff auf den Traversen hocken muss.
Aber kommen wir zum Wesentlichen und damit auch postwendend zu den
Negativ-Seiten solcher Europapokalabende im heimischen Westfalenstadion: Die
Karten-Orga. Da ich nicht zu den Glücklichen gehöre, die eine Option auf ihrer
Dauerkarte haben, musste ich heute mit Gästeblockkarten vorlieb nehmen. Zum
Knallerpreis von 18,- (Wer erklärt mir eigentlich mal die 3,00€ Aufschlag bei
einem Spiel gegen den Tabellendritten Aserbaidschans im Verhältnis zu einem Kick
gegen die Bayern?) ging’s ins Stadioninnere. Nach den ein oder anderen fuchsigen
Tricks landete man dann aber doch an dem Ort an dem man in ein paar Jahren den
frechen Bengels, die einem den Platz wegnehmen wollen, mit Bierfahne ins Gesicht
brüllt: "Ich steh hier schon seit 20 Jahren!". Ich freu mich drauf.
Auf dem Papier war das heute von vornherein eine klare Angelegenheit, doch
Olmütz, Genk&Co. Im Hinterkopf, war man sich auch dieser Sache nicht
hundertprozentig sicher. Zumal die Berg-Karabacher mir vor wenigen Wochen mit
ihrem Sieg bei Wisla Krakau eine sichere 80€ Kombi-Wette in den Sand setzten.
Doch die ohnehin geringe Sorge, war unbegründet und man machte die Sache in der
ersten Hälfte klar. Dank Barrios und Neuzugang Shinji Kagawa, der gute Chancen
auf den Status des vielzitierten „Publikumsliebling“ hat. Nicht zu vergessen
wäre da aber auch der Schlussmann der Aserbaidschaner, die von einem ca. 200
Mann großen Haufen aus Einheimischen und größtenteils in Deutschland lebenden
unterstützt wurden und eifrig ihre Landesflagge präsentierten. Dieser sorgte mit
ein, zwei gezielten Handgriffen, dafür die Spannung aus dem Spiel zu nehmen.
Auf den Rängen war das heute im Großen und Ganzen eher ‚ne laue Nummer. Auf den
Fotos sieht man sehr viele Lücken auf der Südtribüne, was mich etwas irritiert.
Zu Beginn des Spiels erreichte man zeitweise eine richtig gute Lautstärke als
man auch viele Sitzplätze zum Mitsingen bewegen konnte. Das pendelte sich aber
auch wieder ein. Erwähnenswert höchstens noch die Norbert Dickel – Huldigungen.
Dieser war heute wieder in bestechender Form, weswegen seine Leistungen mit dem
alten Kracher gehuldigt wurden.
„Ja jedes Jahr da sind wir wieder da – vor ausverkauftem Haus – und Norbert ruft
die Spieler aus“. Tut ab und an mal ganz gut was abseits des ganzen
Ultrá-Militarismus zu singen ;-).
14.08. | SV Wacker Burghausen - Borussia
Dortmund (0:3)
Das Traumlos „RW Ahlen“ sollte es leider nicht sein und so ging es in Runde 1
ins nur wenig weiter gelegene Burghausen.
Kannte man die Strecke schon vom letztjährigen 3.Liga-Auftakt mit den Amateuren,
graute es einem schon vor dieser zermürbenden Fahrt, welche allerdings flotter
als gedacht über die Bühne ging. Möchte mir allerdings nicht ausmalen was es für
ein Loch in meinen Geldbeutel und in meine Motivation reißen würde, jedes zweite
Wochenende eine solche Tour auf sich zu nehmen. Distanztechnisch liegen wir ja
auf Platz 1 der Tabelle. Gott sei Dank, möchte man da denken.
Bei einer Abfahrtszeit von 4.00h morgens rechneten die Wenigsten mit einer
pünktlichen Ankunft an der Liebigstraße und auch mir graute es schon vor dem
Großgebiet Würzburg, mit dem man auf der Fahrt zum Test nach Wien schon stehende
Bekanntschaft machte. Aber aller Sorgen zum trotz, lief man pünktlich am
Gästeblock ein.
In Vorfreude auf die Tour in die aserbaidschanische Hauptstadt, wurde der alte
Kracher mit der definitiv unpassenden Zeile „wir folgen dir, bis ans schwarze
Meer“ zum Besten gegeben.
Dieser entwickelte sich allerdings zum Hit des heutigen Pokaltages und wurde im
Verlauf der Partie mehrere Male vom sangeshungrigen Pulk der Dortmunder
Anhängerschaft zum Besten gegeben. Zugegeben Halbzeit 1 war stimmungsmäßig eher
„mittel“ als „gut“, doch die zweiten 45 Minuten konnten definitiv etwas.
Die Partie „am Feld“, wie der Österreicher sagen würde, war schneller als
vermutet abgehakt. Schon nach einer Viertelstunde ging man mit 2-0 gegen die
neue Truppe Mario Baslers in Führung und Anfang der zweiten Halbzeit erhöhte
Großkreutz auf 3 und so darf man sich auf Runde 2 einstellen. Leider Gottes ist
uns auch hier ein Gastspiel in Ahlen verwehrt, da die Jungs von der Werse gegen
die Jungs von der Weser (Das ist doch mal ein Wortspiel!) sang- und klanglos
ausschieden.
07.08. | 1.FC Köln II - Borussia Dortmund
II (3:1)
Noch immer ganz wirsch im Kopf
aufgrund der gestrigen Auslosung und dem Ziel "Baku", ging es am
Samstag-Vormittag gen Domstadt. Auftakt für Borussias Zweite in der stinkenden
Regionalliga West.
Ja, ich weiß, wir gehören selber zu den Zweitvertretungen - und trotzdem kann
ich mich nicht damit anfreunden gegen 9 weitere Reserven zu spielen. Kann da die
Verfechter der Initiative "Pro
Regionalligareform 2012" in jedem Falle verstehen, und ihnen
beipflichten, auch wenn wir selber davon betroffen wären.
Nun ja, über die Reserve der Dortmunder Borussia würden sich, glaube ich, die
wenigsten der Vereine und deren Fans beklagen, heute waren es immerhin an die
900 (!) Anhänger die die Zweite an den Rhein begleiteten.
Das Franz Kremer-Stadion, welches ich in weiser Voraussicht noch nicht mit einem
belanglosen Spiel gekreuzt hatte, war nach 10 minütiger Straßenbahnfahrt vom Hbf
und einem Fußmarsch durch einen Park zeitig erreicht. Ist jetzt kein Reißer das
Ding, aber gut, wat will man machen.
Kurz vor Einlauf wurde sich dann mit einigen Liedern in die neue Saison
eingesungen und um 14.00h nahmen die ersten 90 Minuten der Saison ihren Lauf.
Recht ordentlich angefangen, patzte Focher im Tor und bescherte den Kölnern die
Führung. Das 2-0 folgte wenig später (auch hier machte unser Keeper keine
glückliche Figur) und Besserung war nicht in Sicht, weswegen der Halbzeitpfiff
gerade recht kam.
Nach dem Pausentee agierten die Unseren wesentlich forscher und drängten in die
Kölner Hälfte, ein Treffer wollte allerdings erst in Minute '70 fallen.
Torschütze der Neuzugang und alter Bekannter meinerseits: Marvin Bakalorz aus
der legendären Kreisauswahl Recklinghausen, Jahrgang '89 unter Armin Ernst,
welcher im Sommer von Preußen Münster zu SchwarzGelb wechselte.
Ein zweites Tor gelang den Dortmunder Amateuren nicht mehr und wie das so ist,
wenn man am Ende hinten offen ist, machten die Kölner mit dem 3-1 alles klar.
Die Stimmung auf unserer Seite kannste als durchwachsen beschreiben. Zwar haute
man mit der großen Masse an Fans das ein oder andere Mal 'ne gute Lautstärke
raus, auf der anderen Seite nervte die permanente, lethargische Totsingerei
vieler Lieder, welche auch ein Pushen der Mannschaft nach dem 2-1 zerstörte.
Alles beim alten, also ;-).
01.08. | Borussia Dortmund II - Al
Shabab al Dubai (0:2)
Im beliebten Hafenstadion des SuS
Rünthe fand der letzte Test vor dem Saisonstart der Regionalliga West am Samstag
in Köln statt, das ließ man sich natürlich nicht entgehen. Unfreiwillig reiste
man sogar eine Stunde früher zum Ground an, ging man doch dank Internetrecherche
von einem 14.00h-Anstoß aus. Naja, war nicht.
Nachdem man die Zeit mehr oder
weniger sinnvoll totgefahren hatte ging es wieder auf den Sportplatz wo man die,
weniger als eine Hand voll, anderen Dortmunder begrüßte und die Hecke beflaggte.
Ein weiterer Borusse stieß wenig später noch zu den anderen Zuschauern. Jürgen
Klopp schaute im feinsten Hooligan-Dress ;-) (Stone Island) dem Treiben seines
Sohnes Marc Klopp, welcher zur Probe gerade bei Dortmunds Amateuren weilt und
dort, rein optisch, den Weggang von Sebastian Hille vergessen lässt. Zum
Vergleich:
Marc Klopp &
Sebastian Hille.
Borussia verlor den Test gegen die
"saudischen Freunde" (Stadionsprecher) zwar, konnte aber die meiste Zeit über
das Spiel bestimmen, wenn auch nicht oft zum Abschluss kommen. Klopps Junior kam
erst in Hälfte 2 in die Partie. Mal sehen ob er noch verpflichtet wird.
Ansonsten alles wie gewohnt in
Rünthe. Gibt immernoch Steaks im Brötchen und die Preise für Getränke können mit
1,50 auch überzeugen.
30.07. | Hecker-Cup Auswahl - Borussia
Dortmund II (1:2)
Jedes Jahr nach Aplerbeck. Sorgte
vor kurzer Zeit noch der SV Arminia Marten für regelmäßige Testspiele, so geht
es nun regelmäßig in den Dortmunder Süden.
Der alljährlich in Aplerbeck
stattfindende Vergleich verrückter Computer-Nerds stellte dieses Jahr eine
Auswahl welche gegen die Zweite unserer Borussia antrat. Die 2 besten Hacker der
jeweiligen Mannschaften kamen in die Auswahl und hielten sich gegen die Amateure
recht gut, konnten sogar in Führung gehen. Half aber alles nix.
24.07. | TSV 1860 München - Borussia
Dortmund (1:1)
Werner Lorant, Karl-Heinz
Wildmoser (Gott hab ihn selig), Daniel Borimirov,
Olaf Bodden, Jens Jeremies und
Harald Czerny. Der Gedanke an diese Bundesliga-Veteranen, der 500. Geburtstag
und das vor Charme nur so sprühende Grünwalderstadion, begeisterte im Vorfeld
viele Nasen der Dortmunder Fanszene derart, dass seit langen mal wieder ein bzw.
zwei Busse zu einem Testspiel rollten.
Zwar mit recht wenig Lust auf eine
Bustour aber auch mangelnden Alternativen ging es gegen 4.00h morgens am
zentralen Omnibusbahnhof in Dortmund-City gen Süden. Die Busfahrt verlief dann
auch so wie Busfahrten eben verlaufen, Labern, trinken, Musik hören. Letztere
sollte heute allerdings vom Genre "Techno" dominiert werden. Böse Zungen
behaupten sogar, dass im Bus weit mehr als auf der zeitgleich stattfindenden
Loveparade in Duisburg, von diesem Zeug zum Besten gegeben wurde.
Ca. eine Stunde vor Anpfiff
erreichte man bei Nieselregen Giesing und mitten im Stadtgebiet ragte auch schon
das "Sechzgerstadion" heraus. Schön sowas. Auch von innen konnte das Ding
überzeugen. Die wenigen Spiele die die 60er-Fans im Grünwalder verbringen können
müssen wie Balsam für die Seele sein, wenn man an das Mistding in Frötmanning
denkt.
Zum Unbehagen vieler hörte es die
ganze Zeit über mit dem fiesen Nieseln nicht auf und die, die eine Regenjacke
ihr Eigen nennen konnten freuten sich ihrer weisen Entscheidung.
Zum Anpfiff gab's dann die Choreo
der Sechzger zum 150 jährigen Jubiläum zu bewundern. Auf der Hintertorseite zwei
Blockfahnen mit jeweils einem Wappen der Vereinsgeschichte und dem Spruchband:
"EINMAL LÖWE, IMMER LÖWE!"
Auf der Stehhalle gab es ebenfalls
eine Blockfahne mit einer großen "150" und mehreren Motiven in denen den
einzelnen Sportarten des TSV gehuldigt wurde. Ging in Ordnung das Ganze. Danach
gab es das Spiel über mal mehr, mal weniger Lautstarken Support der Marke
"Durchschnitt".
Das Spiel war ebenfalls nur mäßig.
Nachdem die Löwen kurz vor Pause in Führung gehen konnten, war es in Halbzeit 2
der sich zum Fithalten schon länger in Dortmund aufhaltende Klopp-Buddy aus
Mainzer Zeiten, Da Silva, der Borussia ausgleichen ließ.
Dabei blieb es auch und außer die
für Testspiele üblichen Ersatz-Capos im Gästeblock, bleibt auch über nichts zu
berichten.
Immer noch im Nieselregen ging es
wieder zum Bus, der im Vorfeld geschickt an einem REWE-Markt geparkt war. Der
Einkauf einiger Augustiner Erzeugnisse verkürzte einem die Rückfahrt, die gegen
2 Uhr nachts am ZOB endete.
17.07. | SC Columbia Floridsdorf -
Borussia Dortmund (0:4)
Nach 2 Jahren Trainingslager im
Baden-Württembergischen Donaueschingen, entschieden sich die Verantwortlichen
von Borussia in diesem Jahr im österreichischen Burgenland einzukehren um sich
für die kommende Saison vorzubereiten und tüchtig zu trainieren. Im Rahmen
dessen kam es heute zum ersten Testspiel, welches allerdings nicht am
Unterkunftsort sondern in der Hauptstadt stattfand. Vienna Calling!
Die heutige Begegnung sorgte schon
Tage zuvor aufgrund seiner absurden Eintrittspreise für Aufsehen im Kreise der
Dortmunder Anhängerschaft. 25€ sollten hier für einen Vollzahler zu berappen
sein, Jugendliche konnten sich hingegen nicht beklagen, mussten diese doch
lediglich läppische 20€ auf den Thresen legen. Schnäppchen.
Gegen Mitternacht ging es also
los. Buchbinder vertraute uns einen geräumigen Wagen an und nach kurzer
Proviantbeschaffung an einem Kiosk verließ man im strömenden Regen die
Bierhauptstadt.
Durch eine große Anzahl von
Urlaubern zog sich die Fahrt im Ganzen allerdings wie Kaugummi, ganz besonders um
Würzburg herum ging es nur im Schritttempo weiter. Ein Fiasko! Ähnlich zu bezeichnen waren auch die extrem vollen Raststätten, welche
völlig zugemüllt und zugekackt daher kamen.
Gefrühstückt wurde daher erst
hinter der Grenze in Ried, an einem Supermarkt, welcher direkt am Stadion des
Bundesligisten SV Ried gebaut ist. Wobei Stadion vielleicht zu viel gesagt ist,
gleicht das Teil ja eher dem Badeweiher vom VfB Marl-Hüls als dem eines
herkömmlichen Bundesligisten.
Weitere 3-4 Stunden später
erreichte man Wien, während passend dazu der Sender "Krone Hits" einen Falco
Klassiker durch die Lautsprecher jagte. Nach einer kilometerlangen Fahrt durch
ganz Wien war dann auch der Columbiaplatz in Floridsdorf erreicht.
Da es immerhin schon 16.00h schlug
machte ein anderweitiger Zeitvertreib keinen Sinn mehr und so ging es gratis in
den Ground des Neu-Regionalligisten. Ein paar Reihen Bänke auf der einen Seite
und einen Vip-Raum, mehr benötigt ein österreichischer 3.Ligist augenscheinlich
nicht, denn das war auch schon alles was es hier zu bestaunen gab.
Die Zeit bis zum Anpfiff wurde
gekonnt im Kreise der Schönen&Reichen bei 1-2 Mineralwassern verbracht und man
lauschte dem Stadionsprecher welcher Aki Watzke, Michael Zorc, sowie weitere
Persönlichkeiten in Floridsdorf begrüßte. Zu den weiteren Persönlichkeiten
gehörte übrigens auch
Heinz-Christian Strache, dessen Partei sich
mittels
Fähnchen auch rund um den Sportplatz
positionierte. Aber Fußball bleibt Fußball und Politik bleibt Politik ;-).
Recht wenige Fans die mit ins
Trainingslager gereist waren, hatten Lust sich den Eintrittspreisen zu stellen,
und so kam man schlussendlich auf ca. 20 Dortmunder an diesem frühen Abend. Das
Zaunfahnenbild sah für Trainingslagerverhältnisse auch dementsprechend dezimiert
aus, aber lässt sich nicht ändern.
Die 90 Minuten über informierte
man sich bei den anderen Dortmundern über die Gegebenheiten in Bad Stegersbach
und trank wiederrum die ein oder andere Schorle zusammen. Auch 2 Burschen der
Wiener Austria machten sich extra aus Favoriten auf um nach eventuellen
"Schlägertypen" Ausschau zu halten. Der geschulte Blick des ca. 15 jährigen
Pickos machte aber keine Gegner aus, so dass sein Kumpel es beim Labern von
dummen Zeug beließ. Jeweils 20€ also fehlinvestiert, es sei ihnen gegönnt.
Interessant allerdings zu hören, dass es Leute gibt die nicht nur aus
Belustigung in diesem Akzent daherreden.
Borussia, das sei der
Vollständigkeit geschuldet, gewann diesen Test standesgemäß bei brütender Hitze
mit 4-0. Darunter 2 Großkreutz-Treffer, welche die mitgereisten Anhänger aber
nicht zu einem reflexartigen "Dortmunder Jungs" hinreißen konnten ;-)
14.07.10 | Tus Wengern - Borussia
Dortmund II (0:4)

Schon beim Betreten des Automobils
wurde ich vom Fahrer des Wagens vor einem kommenden Orkan, der zu dieser Zeit
noch in Aachen sein Unwesen trieb, gewarnt, doch, dass dieser beinahe zum
Abbruch dieser prestigeträchtigen Begegnung führte, hätte wohl keiner gedacht.
Der Veranstalter, der Tus aus dem
Wetter'schen Stadtteil Wengern, warb im Internet und auf dem Spiel-Plakat
immerhin mit "Bier vom Faß" und "Frisches vom Grill", Grund zur
Vorfreude bestand also.
Die Anfahrt zum Sportplatz "Am
Brasberg" ist nichts für schwache PKW's. Busse dürften es ohnehin nicht den
schmalen und steilen Weg zum Kunstrasenplatz des Tus Wengern schaffen.
Landschaftlich war das Ganze aber sehenswert. Ein Stück Hochsauerland mitten im
Ruhrgebiet. Schöne Ecke. Und auch ein Vereins-Mensch klopfte bei unserer
Parkplatznachfrage freundlich auf das Dach unseres Gefährts, als wäre man seit
Jahren Kumpels. Freundliche Menschen mitten im Ruhrgebiet.
Der Ground war trotz nicht
vorhandener Tribüne (lediglich zwei überdachte Abschnitte) ein Hingucker und
erinnerte ein wenig an das
Estadio Municipal im portugisischen Braga
, denn auch am Brasberg
ragte ein, dem aus Braga nicht unähnlicher, Fels in den Ground hinein.
Die Zaunfahnen wurden stilsicher
dann auch an diesem befestigt und hingen ganze 5 Minuten bis Sturmtief "Kevin"
die Tape-Stücke von den Schieferplatten fegte. Nicht nur den Fahnen flog das
Blech weg, auch der Sand zwischen den Kunstrasenhalmen flog wüstensturmähnlich
durch die Anlage in die Gesichter der tapferen Zuschauer. Sahara-Zustände im
sauerländischen Ruhrgebiet.
Der Regen lies auch nicht lange
auf sich warten, im Gepäck hatte er ein kräftiges Gewitter, sodass die
Zuschauer, besonders die Schönheiten in den weißen Oberteilen, panisch unters
Dach flüchteten. Nach einiger Zeit hatte auch der Schiedsrichter ein Einsehen
mit den Akteuren auf dem Grünen Kunststoff und unterbrach die Partie.
Erst nach ca 20-25 Minuten ebbte
der Regen ein wenig ab und der Schiedsrichter entschied nun noch die zweite
Halbzeit anzupfeiffen, nachdem sich einige Spieler schon zur Abfahrt bereit
machten. Gerüchten zur Folge beruhte die Entscheidung des Unparteiischen allein
auf die vehementen Rufe vereinzelter Fanaten unter den Zuschauern.
Die zweiten 45 Minuten wurden dann
Süßwarenverspeisend (neben frischem vom Grill und Bier vom Faß, gab es auch eine
kioskähnliche Bude) verbracht. Am Ende standen 2 weitere Treffer der 2.
Kampfmannschaft der Dortmunder Borussia zu Buche, sodass dieses verkorkste
Testspiel mit 0-4 Toren endete. Regnen tat es immer noch und so war man froh,
dass man nicht wie die Akteure noch den langen Weg zum Bus hinunter ins Tal
bewältigen musste. Naja, diese waren eh schon klatschnass und liegen heute
hoffentlich nicht mit einer dicken Erkältung im Bett ;-). Welch Ironie, dass
ausgerechnet in einer Stadt wie Wetter...ok, diesen mittelmäßigen Wortwitz bring
ich nicht zu Ende.
13.07.10 | VfL Sportfreunde Lotte -
Borussia Dortmund (1:4)
Den nächsten Test gab's im
Nordrhein-Westfälisch-Niedersächsischen Grenzbereich in Lotte.
Der Vizemeister der
Regionalliga-West konnte in der Vorbereitung schon den SV Werder schlagen und
machte auch gegen den BVB keinen all zu schlechten Eindruck, gingen sogar mit
1-0 in die Halbzeitpause.
Im Allgemeinen stehen die Zeichen
rund um die "Solartechnics Arena" auf Aufstieg. Riecht ziemlich stark nach
großem Geld in dieser an sich idyllischen Umgebung.

Der Ground hat sich seit dem
letzten Besuch mit den Amateuren 2005 auch erheblich verändert, eine Tribüne
wurde ausgebaut, eine weitere sogar neu errichtet. Bei letzterer erschließt mir
allerdings der Sinn dieses Baus (5 Sitzreihen auf einer Balkonähnlichen Tribüne)
nicht, muss wohl ein Architekt aus den Niederlanden am Werk gewesen sein. Die
große Werbetafel hinter dem anderen Tor ist allerdings geblieben. Tradition
schlägt also auch hier jeden Trend ;-)
Eintrittspreise von 12€ für
Vollzahler tun ihr übriges zum unsympathischen Erscheinungsbild des Vereins
dazu.
Die Begegnung wurde im Übrigen von
Sport 1 live und in voller Länge übertragen. Ja, die Sommerpause treibt komische
Blüten. Man kann halt nicht jeden Abend die alte
Groundhopping-Reportage rund um Nottingham-Ebby
und der komischen Autobesatzung auf CZ-Tour bringen.
Borussia drehte in Halbzeit 2 die
Partie durch einen sehenswerten Fallrückzieher des polnischen Neueinkaufs, sowie
eines bulgarischen, lupenreinen Hattricks von Dietmar Rangelov, noch zu einem
1-4 Erfolg, sodass der gemeine DSF-Zuschauer und das schwatzgelb.de Forum doch
noch voll auf ihre Kosten gekommen sind.
11.07.10 | SV Hohenlimburg 1910 -
Borussia Dortmund (0:9)
Nachdem am letzten Sonntag im
Westfalenstadion die Saison mit einigen munteren Minuten gegen 3 Bezirksligisten
eröffnet wurde, kam es 7 Tage später zum ersten freundschaftlichen Vergleich
über 90 Minuten.
Der Gastgeber SV Hohenlimburg
setzte mit diesem Testspiel den Feierlichkeiten um den 100sten Geburtstag des
Vereins die Krone auf. Das schmucke Kirchenbergstadion war bei Eintrittspreise
von 8,- Vollzahler und 4,- Ermäßigt, gut gefüllt und die pralle Sonne bräunte
die Plauzen der Zuschauer.
Aufgrund des Austragungsortes
recht viele bekannte Nasen im Ground und auch der Gastgeber konnte mit einigen
"Support you Local"-Veteranen aufwarten.
Die "Black Elite" tischte gut an:
Megafon, Choreo, Zaunfahne...halt alles was man in der Kreisliga so braucht.
Auch gesanglich konnten die Jungs mit "Dicker Eier, Kartoffelsa-lat" hin und
wieder überzeugen. Auch die Frage nach dem Verbleib der Gelben Wand Fahne ließen
sich die Kandidaten nicht nehmen. Kenner behaupten auch schon die wären "im
Kommen".
Wie dem auch sei, das Spektakel
ging mit einem 9 Tore-Unterschied für schwarzgelb aus und wurde meist über
Planungen bzgl. des Trainingslagers verlabert. 5 Minuten vor Schluss die Biege
gemacht um nicht in Abfahrtsstau zu gelangen und sich so schnell es ging ein
Erfrischungsgetränk reinzupfeiffen. Warm war's.
06.07.10 | VfB Bottrop - Borussia
Dortmund II (0:6)
Ursprünglich für Mittwoch
angesetzt, wurde diese Partie aufgrund der Erfolge der Schland'schen
Nationalmannschaft in Südafrika auf einen Tag früher verlegt, damit Spieler und
Zuschauer in den Genuss beider Spiele kommen konnten. Das der deutschen
Nationalelf und das der Dortmunder Zweitmannschaft. Welche Begegnung nun
bedeutungsschwerer ist, ist zur Stunde aber immer noch strittig.
Verhältnismäßig viele Nasen der
Dortmunder Fangemeinde fanden sich heute im Leichtathletikparadies des Bottroper
Jahnstadions ein, um bei Preisen wie 1,30€ für 0,33l feinstem Stauder Pilsener
das Treiben auf dem satten Grün zu begutachten und ein wenig Klönschnack zu
halten. Ersteres endete nach 90 Minuten vor ca. 150 Zuschauern mit einem 6
Tore-Unterschied für die Recken Theo Schneiders. Ansonsten, gegen die Erwartung
mancher, keine weiteren besonderen Vorkommnisse ;)
Eine Hand voll Bilder sind aber
online...
04.07.10 | SG Selm - Borussia Dortmund
II (0:16)
Hurra, es geht wieder los.
Naja fast. Die Saisonvorbereitung
beginnt halt. Aber nach schier endloser BVB freien (WM-)Zeit kommt so eine
Abwechslung nicht ungelegen.
Da mir die Blitzbegegnungen der
Profis gegen 3 Bezirksligisten aus der Gegend im Westfalenstadion zu sinnlos
waren, ging es, ausschließlich über Landstraße an den Sandtforter Weg in Selm,
wo die Amateure zum ersten Freundschaftsspiel der Saison geladen wurden.
Historisch, historisch. Denn der neue Kreisligist machte heute sein allererstes
Spiel, nachdem sich, wenn ich's richtig im Kopf habe der BV und die DJK GW Selm
zur Sportgemeinschaft Selm 2010 zusammen schlossen. Wahnsinn, woll?
Für 5 € (Preise werden auch immer
bekloppter) wurde einem Einlass gewährt. Immerhin hat der Platz hier in Form von
Stufen und vermoderten Holzbänken ein wenig Ausbau.
Bei Borussias Zwoter, nach den
zahlreichen Abgängen nach dem Abstieg logischerweise ein großer Haufen neuer
Gesichter dabei, welchen es nicht schwer fiel sich gegen die SG Selm in Szene zu
setzen. Naja bei einem Klassenunterschied von 16 Toren an diesem
Sonntagnachmittag, vermag das noch nicht viel auszusagen.
So unspektakulär es klingt so war
es auch. Für die Nachwelt musste die Veranstaltung trotzdem festgehalten werden.
Bilder gibt es somit hier auf eurer Lieblingsinternetseite.
Zitat der Woche
Günter Netzer und Gerd Delling
haben Jahre lang grausame Spiele der Nationalmannschaft mit ihren Analysen und
Kommentaren begleitet und die Halbzeit zum Highlight der Übertragungen gemacht,
wenn "die, die den Adler" tragen mal wieder nicht über ein 0-0 gegen Hochkaräter
wie die Färöer-Inseln hinauskamen. Nun, wo es scheint, als ob die Deutschen das
Fußballspielen für sich entdeckt haben beendet Netzer seine
Experten-Laufbahn.
Viele richtige Sätze und noch viel
mehr amüsante Sätze hat man von ihm während der Jahre hören können. Den
richtigsten und, hoffentlich wird diese Mahnung gehört, wichtigsten allerdings
gab er in der Halbzeitpause des Klassikers England - Deutschland von sich.
"Fehlentscheidungen gehören zum Fußball, sie
sind ein Teil dieses Spiels, das davon lebt,
dass die Regeln prinzipiell einfach und nahezu
unverändert geblieben sind. Es hat in den
letzten Jahren immer wieder behutsame
Anpassungen gegeben, die das Spiel aber nicht
entscheidend verändert haben.
Im Fußball
ist das Streben nach Perfektion grundsätzlich
nicht angebracht. Das Spiel lebt von seinen
Unabwägbarkeiten und Fehlern – bei den Spielern
wie auch bei den Schiedsrichtern. Fußball darf
nicht berechenbar sein, sondern muss Drama
bleiben.
Daraus
entstehen die unbedingt notwendigen Emotionen,
die dafür sorgen, dass das Erlebte
Gesprächsstoff für die Stammtische und die
Öffentlichkeit bleibt.”
- Günter
Netzer
Aus aktuellem Anlass...
hat sich unser beliebter Publizist
Becker in einer neuen Ausgabe von "Post von Becker" dem afrikanischen
Fan-Instrument gewidmet, dessen Klang seit Freitag in unzähligen Ohrmuscheln von
unzähligen TV-Zuschauern Einkehr findet. Und, Bitte...

SSV Mühlhausen / SV Holzwickede -
Borussia Dortmund

Der Vollständigkeit halber nun ein paar wichtige Notizen vom weltbewegenden
Freundschaftsspiel der Dortmunder Borussia gegen den SSV Mühlhausen in
Kooperation mit dem SV Holzwickede:
- schlechtes Wetter
- 8,- Eintritt, Schnapper!
- endlich wieder "Mantaplatte Holzwickede" (an Qualität nichts eingebüßt)
- komisches Publikum
- Stadion hat neue Bestuhlung bekommen
- SSV Mühlhausen und SV Holzwickede teilten sich die 90 Minuten (Je 45 Minuten
durfte ein Verein ran)
- Endstand 1:7
FSV Zwickau - Borussia Dortmund
Der FSV Zwickau steckt derzeit in einer finanziell prekären Lage. Vereinsführung
und Fans tun derzeit alles Menschenmögliche um Geld in die leeren Kassen zu
spülen. Was läge da näher als ein Benefizspiel und wer, wenn nicht der
Weltpokalsieger von 1997 aus der Partnerstadt in der BRD, wäre dafür
prädestinierter?
So hieß es nach einer erfolgreichen Saison noch einmal "für den guten Zweck"
gegen den Ball zu treten. Fantechnisch aufgrund der Vergangenheit zwischen den
Lagern sicherlich nicht uninteressant, doch Testspiel bleibt nun einmal
Testspiel. Den dicken Max kann man da sicherlich anderen Vereinen überlassen,
aber das ist auch nur meine Meinung.
Leider nur eine Autobesatzung (bei anderen Spielen sind es mittlerweile auch
nicht viel mehr) zog es am Dienstagvormittag dann gen ehemalige DDR. Die ca. 500
km gingen dank Musik, Getränken und Gesprächen über Gott und die Welt recht
kurzweilig und heiter über die Bühne. Recht früh erreichte man "Z" und nach
kurzem Abstecher in einem Supermarkt sowie der Parkplatzsuche ging’s auch schon
in den Gästebereich, für den es für 10,- Karten gab.
Kulinarisch kann Westsachsen in jedem Falle überzeugen. Schon der verhasste
Rivale der Rot-Weißen in Aue konnte mit einem Nudelfleischgericht punkten, doch
ist die Nudelpfanne "Zwickauer Art" klarer Derbysieger. Auch die "Rauchwurst"
würde wohl jeden Bratwursttest lustiger Groundhopper überstehen.
Die Zeit bis zum Anpfiff "versüßten" die beiden Stadionsprecher, welche das
ganze Spiel über ihren Senf zum Geschehen auf dem Rasen gaben, auf ihre eigene
Art. Ab und an erlaubten sich auch lustige ThorSteinar-Prolls einen Scherz in
dem sie durch zaghafte "Schalke"-Rufe, eine empörte Reaktion der sächsischen
BVB-Fans hervorzurufen versuchten.
Bis zum Anpfiff war gegenüber auch hübsch geflaggt und zum Intro bedankten sich
die Zwickauer Anhänger für "120 Minuten Kampf und Leidenschaft" im Pokal gegen
die Erzgebirgler. Zur 10. Minute wurden dann aus zwei Blöcken Klorollen gen
Spielfeld geworfen, was im gesamten Rund von wohlwollend, dümmlichen Lachen
begleitet wurde, als hätte man das erste mal im Leben so ein Spektakel erlebt.
Danach begann die "Curva Kaos" mit ein paar Gesängen, warum man bis Minute 10
gewartet hat? Man weiß es nicht. Ein, zwei chice Lieder waren dabei, doch mit
zunehmender Spieldauer stellten sie den Support ein. Ist halt auch dort nur ein
Testspiel.
Den freundschaftlichen Vergleich gewann schwarz und gelb standesgemäß mit 6-0,
in dem sich die selten eingesetzten Akteure, ein wenig austoben konnten.
Schiedsrichter und Stadionsprecher waren sichtlich bemüht die Veranstaltung
zügig über die Bühne gehen zu lassen. Startete doch in Altenburg, nur eine
Stunde nach Schlusspfiff, der Flieger gen Heimat. Lecker ungeduscht ins
Flugzeug, das ist doch mal was.
Gegen Ende der Partie besuchten RK-Peggy und Cindy den Gästeblock um Spenden für
lustige Klorollen-Intros zu sammeln. Hier und da spendeten wirklich ein paar
BVB-Fans. Im Allgemeinen hatte es auch den Anschein, dass der meiste Teil der
Gäste bei Ligaspielen dem heimischen FSV die Daumen drücken.
2 jugendliche Jogginghosen auf der Suche nach Wessis, blickten später auch noch
durch die Reihen des Gästeblocks, wurden aber nicht fündig. Da sah man heute
einfach zu Ostdeutsch aus, hatte doch ein jeder den alten Bad+Mad Pullover vom
älteren Bruder übergestreift um sich den Einheimischen stilistisch anzupassen
;-)
Auf dem Weg zum Auto noch 2 Plakate eingeheimst, ging es wieder gen Westen. Da
sind wir ja grade noch mal davon gekommen.
Die Rückfahrt verlief dann noch recht amüsant, Freund Alkohol tat sein Übriges
hinzu, sodass die Reise in nonsens-Unterhaltungen über die verkorkste
Verwandschaft zweier Cousins endete.
Der ganz normale Heimspiel-Wahnsinn
Lange nichts mehr los gewesen
hier. Mittlerweile ist Sommerpause und unser Verein spielt in der nächsten
Saison, vollkommen berechtigt, im internationalen Geschäft.
So freudig, dieser Fakt auch ist, desto ernüchternder ist die Tatsache, dass die
Zeit zwischen den Saisons in diesem Jahr aufgrund der Weltmeisterschaft um
einiges länger als gewohnt ausfallen wird.
Um euch die Zeit ein wenig zu verkürzen, werden von nun an wieder regelmäßig ein
paar Berichte und Anekdoten erscheinen. Den Beginne macht ein Abschnitt eines
Berichtes von einem ganz normalen Heimspiel aus dem Jahre 2006. Verfasser ist
,den aufmerksamen Lesern des Gästebuchs sicher nicht ganz unbekannte, Publizist
Becker. Viel Spaß!
PS: Auch ein paar neue Fotos
sind online
"[...] Sehr unbegeistert
ging ich nach dem Spiel noch ein wenig in den Treff, bevor ich mich am Bahnhof
mit Jan Milde und Oli von Stets Unterwegs traf, um aufgrund der Reise am
Folgetag, noch etwas zu Oli nach Datteln zu fahren.
Die Busfahrt von DO-Mengede war auf jeden Fall ein Highlight meiner
Heimspiel-Karriere.
Kurz nach uns stieg eine ca. 50 Jahre alte Kutte ein, im Schlepptau hatte er
seine Alte, ebenfalls kuttig, jedoch noch eine gewaltige Prise versackter und
asozialer. Der Busfahrer bat den Herren, doch bitte seine leere Bierflasche
rauszubringen, da das Mitführen von Flaschen verboten sei und er sonst nicht
losfahren würde. Wieder mal ein Beispiel von übertrieben kleinkarierter
Bürokratie.
Wie dem auch sei, die Reaktion der Kutte war megakultig. Er weigerte sich
einfach, wie ein kleines Kind, das seine Spielsachen nicht aufräumen möchte. Der
Fahrer machte den Motor aus und der Mann referierte dem entsetzten Publikum,
dass er die 8 Cent Pfand nicht wegwerfen will, da er ja ohnehin jeden Cent
zweimal umdrehen muss. Schlussendlich drohte er dem Busfahrer nach dessen
erneuten Aufforderung die Flasche zu entsorgen, sogar eine zünftige Tracht
Prügel an.
Dieses Theater auf Kindergarten Niveau zog sich dann eine geraume Weile, bis es
ein Entgegenkommen der Kutte zu geben schien. Er bot an, dass er die Flasche
entsorgen würde, sobald ihm der Busfahrer oder sonst jemand, die 8 Cent Pfand
ersetzen würden. Gleich zwei Personen, die das Bedürfnis hatten, irgendwann auch
mal nach Hause zu kommen, erbarmten sich und steckten dem Mann jeweils 10 Cent
zu. Nun hätte er eigentlich hochzufrieden sein können und den Tag aufgrund
seines Gewinns von nunmehr 12 Cent, rot im Kalender anstreichen können, jedoch
stellte er sich jetzt erst recht stur, da es ja ums Prinzip gehen würde. Jetzt
reichte es einem ehrenwerten Fahrgast, der seine kurz vorher ausgesprochene
Drohung die Polizei zu rufen, dann auch in die Tat umsetzte.
Nun platze der Alten unseres neugewonnenen Freundes völlig der Kragen, was sich
in Form einer Beschimpfungsorgie auf unseren gesetzestreuen Denunziantenfreund
äußerte. Sie regte sich tierisch auf und erklärte noch rund 2272 mal den
Standpunkt unseres Traumpaares.
Das ausbleibende Verständnis nach mittlerweile gefühlten 5 Stunden sinnlos
rumstehen, blieb jedoch aus, so dass sie zum jetzigen Zeitpunkt auch nicht mehr
der körperlichen Züchtigung in Form eines hysterischen "Drauf losgehen" nicht
mehr abgeneigt war. Jedoch bewies ihr Ehemann einen Funken nichtversoffenen
Restverstand und zog sie von dem Typen weg. Dabei zeigte er sich aber sehr
ruppig und drückte sie anschließend gegen die Wand, da hatte wohl jemand Angst,
in Zukunft nicht mehr die Hosen daheim anzuhaben. Sie rechtfertigte ihr
Verhalten damit, dass der Typ (übrigens im hautengen rosa Polohemd) doch ein
Wichser sei. Ihr Göttergatte widersprach dem vehement, er sei kein Wichser,
sondern ein Schmierlappen.
Es konnte keine Einigung gefunden werden, so dass jetzt ernsthaft diskutiert
wurde, ob der Typ ein Wichser oder ein Schmierlappen ist. Wir hatten natürlich
Tränen in den Augen, so lustig war die ganze Darbietung, obwohl es eigentlich
eher ein Trauerspiel war, was dort ablief. Madame setzte dem ganzen noch die
Krone auf, indem sie zuerst in bester Kindergarten-Manie, dem Hauptprotagonisten
des Widerstandes den Mittelfinger unter die Nase hielt ("Hier, kennste den?")
und zu allem Überfluss anschließend ihr Hinterteil präsentierte. Unfassbar. Ihre
Mutmaßung, dass er so etwas noch nie gesehen habe, widerlegte er zwar mit dem
Einspruch eine Freundin zu haben, was sie jedoch nur mit "Nee, haste gar nicht,
haste gar nicht" quitierte.
Ausnahmsweise war man daher auch mal sehr froh, die Polizei im Bus begrüßen zu
dürfen, die dann das Ehepaar aus den Gefährt komplementierte, natürlich trotz
Widerstand der Schabracke, die sogar mit einer Anzeige wegen Körperverletzung
drohte. Wir bekamen sogar noch mit, dass ihre anschließende Einlassung lautete,
dass der Typ sie körperlich angegangen habe. Wuah, sicher nicht freiwillig.
Welch Frohlocken fühlte ich in mir, als es dann weiterging und wir uns in
Datteln ein paar Schnittchen gönnen konnten."s in Datteln ein paar
Schnittchen gönnen konnten.